Anfang April werden die Boote des Bootsclub Limburg in Dehrn an der Lahn vom Winterlager zum Kranplatz gefahren und dann ins Wasser gehoben. Ende Oktober das gleiche Prozedere, wenn die Boote aus dem Wasser ins Winterlager verbracht werden.
Für diese Kranarbeiten wird schweres Gerät aufgefahren: Autokran, Lkw, Traktor. Dutzende helfende Hände koordinieren Rangier- und Hebevorgänge mit äußerster Vorsicht. Jede Bewegung, jede Sekunde erfordert höchste Konzentration. Um das Risiko für Unbeteiligte zu minimieren, wird der etwa 150 Meter lange Arbeitsbereich auf beiden Seiten mit Warnbarken abgesperrt.
Doch manche Fahrradfahrer sehen darin nur ein Hindernis. Sie ignorieren die Absperrungen, als seien sie unsichtbar. Unter dem Motto: „Das ist unser Radweg – was habt ihr hier zu suchen?“ zwängen sich uneinsichtige Radfahrer jeden Alters – selbst Eltern mit Kleinkindern – zwischen Autokran und Rangierfahrzeugen hindurch, unterqueren schwebende Bootslasten, behindern Helfer, und setzen sich und alle Anwesenden einem unvorstellbaren Risiko aus.
Was passiert, wenn ein Boot aus den Gurten rutscht? Wenn sich eine Steuerleine löst oder ein Rangierfahrzeug jemanden touchiert? Dann nützt auch der schönste und teuerste Fahrradhelm nichts mehr: 16 Tonnen Stahl fallen nicht sanft, sie zerstören.
Dabei gäbe es einen einfachen, sicheren Umweg: Ein kurzer Parallelweg über den Lidl-Parkplatz führt um den vereinseigenen Kranplatz herum, zurück auf den Haupt-Radweg. Wer ihn nutzt, schützt sich selbst und andere. Wer dennoch durch den Arbeitsbereich fährt, scheint den Nervenkitzel über die eigene Sicherheit zu stellen – ein Adrenalinschub auf Kosten aller Beteiligten.